Merken An meinem Geburtstag wollte ich eigentlich nicht kochen, aber dann stand ich doch in der Küche, weil mir nach etwas Einfachem und Tröstendem war. Ich hatte Hühnchen im Kühlschrank, Reis in der Vorratskammer und eine Knolle Knoblauch auf der Fensterbank. Innerhalb von einer halben Stunde duftete die ganze Wohnung nach gebräunter Butter und geröstetem Knoblauch. Das Hühnchen knisterte auf der Grillpfanne, der Reis sog die Brühe auf, und ich wusste sofort: Das wird ein Gericht, das bleibt.
Ich habe dieses Gericht das erste Mal für meine Schwester gekocht, die gerade umgezogen war und noch kein richtiges Geschirr ausgepackt hatte. Wir saßen auf dem Boden ihrer leeren Wohnung, aßen direkt aus der Pfanne und teilten uns eine Gabel. Sie sagte, es sei das beste Abendessen seit Wochen. Seitdem koche ich es immer dann, wenn jemand Trost braucht oder einfach nur gutes Essen ohne viel Aufwand.
Zutaten
- 2 große Hähnchenbrustfilets ohne Haut und Knochen: Achte darauf, dass sie ungefähr gleich dick sind, sonst garen sie ungleichmäßig, ich klopfe sie manchmal leicht flach.
- 1 Esslöffel Olivenöl: Hilft, dass die Gewürze am Fleisch haften und verhindert das Ankleben auf dem Grill.
- 1 Teelöffel Paprikapulver: Gibt dem Hühnchen eine warme, leicht rauchige Farbe und milden Geschmack.
- 1/2 Teelöffel Salz: Unverzichtbar, um das Fleisch von innen zu würzen, nicht nur außen.
- 1/2 Teelöffel schwarzer Pfeffer: Frisch gemahlen schmeckt er deutlich besser als vorgemahlener.
- 2 Tassen langkörniger weißer Reis, gespült: Das Spülen entfernt überschüssige Stärke und macht den Reis schön locker.
- 3 Tassen Hühnerbrühe mit wenig Natrium: Verwende glutenfreie Brühe, falls nötig, sie gibt dem Reis viel mehr Geschmack als Wasser.
- 3 Esslöffel ungesalzene Butter: Die Basis für die cremige Knoblauchnote, die alles zusammenhält.
- 4 große Knoblauchzehen, fein gehackt: Schneide sie nicht zu früh, sonst verlieren sie an Schärfe und Aroma.
- 1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt: Sie gibt dem Reis eine süßliche Tiefe und macht ihn runder im Geschmack.
- 1/2 Teelöffel Salz: Für den Reis separat, damit jede Komponente gut gewürzt ist.
- 1/4 Teelöffel schwarzer Pfeffer: Dezent, aber wichtig für die Balance.
- 2 Esslöffel frische Petersilie, gehackt (optional): Bringt Frische und Farbe ins Gericht, ich lasse sie nie weg.
- Zitronenspalten zum Servieren: Ein Spritzer Säure hebt alle Aromen und macht das Gericht leichter.
Anleitung
- Grill vorbereiten:
- Heize deinen Grill oder deine Grillpfanne auf mittlere bis hohe Hitze vor. Du willst eine schöne Kruste, aber kein verbranntes Fleisch.
- Hühnchen würzen:
- Tupfe die Hähnchenbrüste mit Küchenpapier trocken, damit die Gewürze besser haften. Reibe sie mit Olivenöl, Paprika, Salz und Pfeffer ein.
- Hühnchen grillen:
- Lege das Fleisch auf den Grill und lass es 6 bis 7 Minuten pro Seite garen, bis der Saft klar austritt. Nimm es vom Grill, decke es locker mit Alufolie ab und lass es ruhen.
- Zwiebeln anbraten:
- Erhitze 2 Esslöffel Butter in einem mittelgroßen Topf bei mittlerer Hitze. Brate die Zwiebel 2 bis 3 Minuten an, bis sie weich und leicht glasig ist.
- Knoblauch hinzufügen:
- Gib den gehackten Knoblauch dazu und lass ihn 30 Sekunden duften, aber pass auf, dass er nicht anbrennt. Der Geruch sagt dir, wann es perfekt ist.
- Reis anrösten:
- Rühre den gespülten Reis ein und brate ihn 1 bis 2 Minuten unter Rühren an. So bekommt er mehr Geschmack und nimmt die Butter besser auf.
- Reis kochen:
- Gieße die Hühnerbrühe, Salz und Pfeffer hinzu. Bring alles zum Kochen, reduziere dann die Hitze auf niedrig, setze einen Deckel auf und lass es 15 Minuten köcheln, bis der Reis weich ist und die Flüssigkeit aufgesogen hat.
- Reis lockern:
- Nimm den Topf vom Herd. Lockere den Reis mit einer Gabel auf und rühre den restlichen Esslöffel Butter und die Petersilie unter.
- Servieren:
- Schneide das Hühnchen in Scheiben. Verteile den Reis auf Teller oder in Schalen, lege das Hühnchen darauf und serviere mit einer Zitronenspalte zum Ausdrücken.
Merken Einmal habe ich dieses Gericht für Freunde gemacht, die spontan vorbeikamen, und einer von ihnen fragte, ob ich ein geheimes Familienrezept hätte. Ich musste lachen, weil es wirklich nur Reis, Butter und Knoblauch ist. Aber manchmal sind es genau diese einfachen Sachen, die hängen bleiben. Seitdem nennen sie es mein Zauberreis-Hühnchen.
Wie du das Hühnchen saftig hältst
Der größte Fehler ist, das Fleisch zu lange zu grillen. Hol dir ein Fleischthermometer und nimm das Hühnchen bei 72 Grad Celsius vom Grill. Beim Ruhen steigt die Temperatur noch leicht an, und das Fleisch bleibt innen zart. Ich schneide es auch immer schräg gegen die Faser, das macht jeden Bissen weicher.
Welche Reissorte funktioniert am besten
Ich verwende am liebsten langkörnigen weißen Reis, weil er schön locker wird und die Butter gut aufnimmt. Basmati oder Jasminreis gehen auch, sie haben dann etwas mehr Eigengeschmack. Wenn du Vollkornreis nimmst, musst du die Kochzeit verlängern und mehr Flüssigkeit hinzufügen. Wichtig ist nur, dass du den Reis vorher spülst, egal welche Sorte.
Variationen und was du sonst noch reinwerfen kannst
Manchmal streue ich eine Prise Chiliflocken über den Reis, wenn ich Lust auf etwas Schärfe habe. Du kannst auch frische Kräuter wie Thymian oder Rosmarin mit dem Knoblauch anbraten. Wenn ich Gemüsereste habe, schneide ich Paprika oder Zucchini klein und brate sie mit der Zwiebel an. Es ist ein Gericht, das fast alles verzeiht und trotzdem immer gut schmeckt.
- Mariniere das Hühnchen vorher in Zitronensaft und Kräutern für noch mehr Geschmack.
- Ersetze einen Teil der Brühe durch Weißwein, das gibt eine elegante Note.
- Serviere es mit einem knackigen grünen Salat, um das Reichhaltige auszugleichen.
Merken Das Schöne an diesem Gericht ist, dass es sich nie nach Arbeit anfühlt. Es ist unkompliziert, ehrlich und macht jeden satt und zufrieden.