Merken An einem warmen Juniabend stand ich in meiner Küche und starrte auf einen Berg Zucchini, den meine Nachbarin mir geschenkt hatte. Ihr Garten war explodiert, und ich hatte plötzlich mehr Gemüse, als ich wusste, wohin damit. Ich wollte etwas Leichtes, etwas, das nach Sommer schmeckt, ohne mich bei der Hitze stundenlang an den Herd zu fesseln. Also griff ich nach einer Zitrone, die noch im Obstkorb lag, und improvisierte. Was dabei herauskam, war diese Pasta – hell, frisch und so einfach, dass ich sie seitdem mindestens einmal pro Woche mache.
Ich erinnere mich, wie ich dieses Gericht das erste Mal für Freunde gekocht habe, die spontan vorbeikamen. Ich hatte nichts Aufwendiges geplant, aber als ich die Zucchinispiralen in die goldene Butter gleiten ließ, füllte sich die Küche mit dem Duft von Knoblauch und Zitrone. Meine Freunde lehnten sich über die Theke und atmeten tief ein. Einer sagte: Das riecht nach Urlaub. Genau das ist es – ein kleiner Ausflug nach Italien, ohne das Haus zu verlassen.
Zutaten
- Spaghetti oder Linguine (300 g): Ich bevorzuge Linguine, weil sie die Sauce besser aufnehmen, aber nimm, was du im Schrank hast.
- Zucchini (2 mittelgroße, spiralisiert): Wähle feste Zucchini ohne weiche Stellen, sie bleiben beim Kochen knackiger.
- Knoblauch (2 Zehen, gehackt): Frischer Knoblauch ist hier unverzichtbar – das Pulver gibt dir nicht denselben warmen, süßen Duft.
- Zitronenschale und Saft (1 große Zitrone): Die Schale bringt das Öl und die Intensität, der Saft sorgt für die helle Säure.
- Petersilie (2 EL, frisch gehackt): Sie bringt Farbe und eine leichte, grüne Frische ins Spiel.
- Butter (4 EL, ungesalzen): Sie macht die Sauce samtig und rund, ohne zu schwer zu sein.
- Olivenöl (2 EL, nativ extra): Ein gutes Öl hebt alles an, nimm das beste, das du hast.
- Parmesan (40 g, gerieben): Frisch gerieben schmilzt er perfekt in die Sauce und bindet alles zusammen.
- Salz, Pfeffer und Chiliflocken: Die Chiliflocken sind optional, aber sie geben einen leisen Kick, der die Süße der Zucchini ausbalanciert.
Anleitung
- Pasta kochen:
- Bring einen großen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen und koche die Pasta nach Packungsanweisung bis sie al dente ist. Bewahre eine halbe Tasse Nudelwasser auf, bevor du abgießt – dieses stärkehaltige Wasser ist dein Geheimnis für eine seidige Sauce.
- Knoblauch anbraten:
- Erhitze Olivenöl und Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze, bis die Butter schäumt. Gib den Knoblauch hinzu und lass ihn eine Minute brutzeln, bis er duftet, aber pass auf, dass er nicht braun wird.
- Zucchini hinzufügen:
- Gib die Zucchinispiralen in die Pfanne und schwenke sie sanft 2 bis 3 Minuten, bis sie gerade weich, aber noch bissfest sind. Sie sollten nicht matschig werden.
- Pasta einrühren:
- Hebe die abgetropfte Pasta unter die Zucchini und gib Zitronenschale, Zitronensaft und einen Schuss Nudelwasser dazu. Schwenke alles vorsichtig, damit sich die Aromen verbinden.
- Käse und Würze:
- Rühre den Parmesan und die Petersilie ein, würze mit Salz, Pfeffer und Chiliflocken nach Geschmack. Füge bei Bedarf mehr Nudelwasser hinzu, bis eine glänzende, leichte Sauce entsteht.
- Servieren:
- Richte sofort an und garniere mit zusätzlichem Parmesan und Petersilie, wenn du magst. Diese Pasta wartet nicht gern.
Merken Einmal habe ich dieses Gericht an einem Abend gemacht, als ich eigentlich zu müde war, um zu kochen. Ich saß mit meiner Schüssel auf dem Balkon, die Sonne ging gerade unter, und mit jedem Bissen fühlte ich mich ein bisschen leichter. Es war kein besonderer Anlass, nur ein stiller Moment für mich. Seitdem denke ich bei dieser Pasta immer daran, wie kleine Dinge – eine Zitrone, ein paar Zucchini – einen ganzen Tag retten können.
Wie du die Zucchini spiralisierst
Ein Spiralschneider ist ideal, aber wenn du keinen hast, funktioniert ein Julienne-Schäler genauso gut. Ich schneide die Enden der Zucchini ab, lege sie flach auf ein Brett und ziehe den Schäler in langen Bahnen über die Länge. Es dauert eine Minute länger, aber das Ergebnis ist genauso hübsch. Wenn die Zucchini zu weich wird und du nur noch den wässrigen Kern hast, hör auf – den kannst du für eine Suppe aufheben.
Variationen, die ich ausprobiert habe
Manchmal brate ich Garnelen in derselben Pfanne an, bevor ich den Knoblauch hinzufüge, und lege sie zum Schluss wieder oben drauf. An anderen Tagen röste ich Pinienkerne in einer trockenen Pfanne, bis sie golden sind, und streue sie über die fertige Pasta. Für eine Low-Carb-Version lasse ich die Nudeln komplett weg und verdopple die Zucchini – dann wird es zu einem leichten Zoodle-Gericht, das genauso befriedigend ist. Du kannst auch Pecorino statt Parmesan nehmen, wenn du eine schärfere, salzigere Note magst.
Aufbewahrung und Reste
Ehrlich gesagt ist diese Pasta am besten frisch, direkt aus der Pfanne. Wenn du Reste hast, bewahre sie in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank auf, aber erwarte nicht, dass die Zucchini ihre Knackigkeit behält. Beim Aufwärmen gebe ich immer einen Spritzer Wasser oder Brühe hinzu und erhitze sie sanft in der Pfanne, nicht in der Mikrowelle. Die Sauce trennt sich manchmal, aber ein Schuss Olivenöl und ein bisschen frischer Zitronensaft bringen sie wieder zusammen.
- Reste halten sich im Kühlschrank bis zu 2 Tage.
- Nicht einfrieren – die Zucchini wird matschig und wässrig.
- Füge beim Aufwärmen frischen Parmesan und Kräuter hinzu, um den Geschmack aufzufrischen.
Merken Diese Pasta ist zu meinem Rettungsrezept geworden, wenn ich nicht viel Zeit habe, aber trotzdem etwas essen möchte, das sich wie eine richtige Mahlzeit anfühlt. Ich hoffe, sie wird auch für dich zu einem Liebling, den du immer wieder machst.